Say captain, say what? (von Steffen)

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in the Coralgarden…

Eines Tages fragte ich: „Captain? “

Er antwortete: „What?“

Ich nochmal mit großen Augen:“Captain? “

Er:“what you want?“

Hin und her, bis er sagte:“Ok, we do what you want!“

So zogen wir los mit theoretischen Wissen gewonnen aus Beobachtungen, Überlegungen und Gesprächen. Wir besorgen uns die nötige Ausrüstung und suchen einen geeigneten Platz. Fernab der geübten Einheimischen um nicht sofort als Anfänger aufzufallen. Wir wollen uns im französisch Polynesischem lieblings Hobby versuchen. Wir stellen uns ins türkis farbene, Bauchnabel tiefe Wasser, öffnen unsere beiden extra mitgebrachten Hinano Biere und freuen uns des Lebens. Wir, insbesondere ich, sind in französisch Polynesien angekommen. Ich fragte wieder:“Captain? “

Und er antwortete sofort:“Yes, whenever you want!!!“

Doch zurück an den Anfang und der Reihe nach.

Auf Tahiti in Papeete gelandet werde ich vom Captain abgeholt und an Bord von Abraxas gebracht. Es ist 11 Uhr Abends und nur noch schlappe 28 Grad. Doch es stellt sich schnell raus,  Abraxas ist für mich nahezu ein Stück Zuhause fern der Heimat, da wir uns aus alten Zeiten in Griechenland kennen.

Den ersten Abend nutzen der Captain und ich sofort um Grüsse, Klatsch und Tratsch auszutauschen. Nach den ersten ankommens Bierchen und vielleicht auch etwas, vom für mich neuen Tahiti Rum,  ergeben sich auch schon die ersten verbalen Verbesserungsvorschläge für diese Welt. Vorweggenommen, darauf kommen wir immer mal wieder zurück.

Am nächsten Tag entscheiden wir schnell, ohne unseren dicken Kopf zu stark zu strapazieren, nach Moorea aufzubrechen. Schnell nochmal einkaufen und Leinen los. Für mich entsteht der Eindruck Tahiti besteht aus einem Carrefour Supermarkt und  einer Marina vor der Abraxas ankerte.

Eine schöne Brise Wind unterstützt unsere Entscheidung und hilft den Kopf wieder frei zu bekommen.

Wir durchqueren meinen ersten Paß (Durchfahrt) durchs Aussenriff, was für einen Südsee Neuling wie mich das erste Abenteuer darstellt, und segeln geschwind mit 6 bis 7 Knoten die ersten 20 Seemeilen nach Moorea, Haapiti.

Hier ankern wir die ersten vier Nächte und ich kann in Ruhe ankommen. Türkis-blaues Wasser, die ersten Tiger Rochen,  Seehasen (an Julia: das ist ein Fisch, an Helena: gemeint ist Alfred) und eine große Brandung am Aussenriff mit Surfern auf ihrem Rücken machen es leicht anzukommen. Zwischendurch einen Geburtstag und Hochzeitstag mit Jona und Claudia von der Inti feiern, die beste Linsen Suppe auf der Lojan bei Daphne und Reiner. Ach ja, daß gefällt. Doch dann diese Erkenntnis: dieser Ort wurde ja schon von Böne und Anja entdeckt. Nicht daß das schlimm wäre, ich könnte auch bleiben, aber wollten wir nicht auf zu neuen Ufern? Die Weiterfahrt muss etwas geplant werden, liegen doch immerhin 100 Seemeilen vor uns und eine Ankunft im dunklen sollte wegen gefährlicher Riffe vermieden werden. Also Abfahrt am Nachmittag mit geplanter Ankunft am nächsten Mittag (wenn die Windvorhersage stimmt).

Eine stockdunkle Neumond Nacht breitet sich ab 6 Uhr Abends über dem Pazifik aus, aber der Wind lässt uns mit konstanten 5 Knoten (wie geplant) vorwärts kommen. Abwechselnd schieben wir Wache. Ein kleiner Squall (Wolkenturm mit Regen und komischen Winden) überrascht uns in der Dunkelheit,  da er vorher nicht zu sehen war. Aber mit der Genua und dem Großsegel im zweiten Reff reiten wir den perfekten Kurs.  Zwei weitere Squalls die wir im dunklen erahnen können umsegeln wir gekonnt.  Etwas Meeresleuchten erhellt uns die Dunkelheit.

Der Tag dämmert, ich schiebe wie gefühlt immer mal wieder Wache und der captain schläft wie immer tief und fest, dann sehe ich Land. Nervös denke ich, dass das von mir entdeckte Land meinen Namen tragen sollte. Also wecke ich den Captain mit den Worten „Land in Sicht“. Als wir die Koordinaten kontrollieren stellt sich jedoch heraus, dass es sich um unsere Zielinsel Huahine handelt. Zum Entdecken bin ich wohl zu spät geboren,  aber das Gefühl kann ich mir ja mal gönnen.

Unser Zeitplan geht auf und wir finden bei Tageslicht den Pass. Wir ankern vor Fare, dem Hauptort von Huahine. Sehr idyllisch.Der Ort besteht aus einer ca.200 Meter langen Straße, einem Supermarkt, ca.30 kleinen Häusern und ein paar Marktständen. Der größte Ort auf der Insel. Fett sag ich nur.

Das lädt uns zum bleiben ein. In kurzer Entfernung gibt mir eine tolle right Wave am Pass vom Aussenriff die Möglichkeit diesen  Surfstūmpern mal zu zeigen wieviel Spaß man in der Welle haben kann, ohne ständig auf diesem Brett stehen zu bleiben. Ich verpasse mir auch ein kleines Surfer Tattoo am Knie durch den Kontakt mit dem Riff.

Der Entdecker Trieb schickt uns dann nach 4 verbrachten Nächten weiter nach Raiatea. Nur 20 Seemeilen entfernt gilt es darauf zu achten bei Tageslicht anzukommen. Leider lässt uns auf der Hälfte der Wind im Stich und wir müssen technische Hilfsmittel in Anspruch nehmen um den Pass bei Tageslicht zu erreichen.

Leider muss ich an dieser Stelle zugeben, dass mein weithin bekanntes Anglerpech weiterhin anhält. Trotz neuer Köderfische von Thomas, die in hiesigen Segler- und Anglerkreisen nur mit Respekt, Anerkennung und Best of the Best Sprüchen begutachtet wurden, hat an unsere Schleppangel noch nichts gebissen.

Zum Glück haben wir Gaspar und Emilia getroffen, die bei der gleichen Überfahrt am gleichen Tag in Sichtweite einen schönen jellow Finn Thunfisch gefangen haben und uns zu einem vorzüglichen Sashimi eingeladen haben. In Raiatea halten wir nur eine Nacht,  der Ort (immerhin ca.400 Meter lang) ist uns zu groß und stressig. Also fahren wir zur Nachbarinsel Tahaa. Bekannt als Vanille Insel. Das besondere,  beide Inseln sind von einem Ringriff umgeben und man kann sie komplett innerhalb des Riffs umsegeln. Wenn daß mal keine Aufgabe für die beiden Stefans ist. So werden wir hier meist genannt und den Unterschied zwischen Steffen und Stefan zu erklären überlassen wir anderen Missionaren. Um Tahaa herum finden sich diverse Motus (Inseln am Aussenriff) die alle 5 bis 8 Seemeilen zum verweilen einladen. Kurz daran gedacht, „Tahaa!!!“ getan. Die Motus in verschiedenen Größen,  von 5 Palmen bis zum 60 Bungalow Ressort haben alle eins gemeinsam:

So stellt man sich die Südsee vor.

Kurz gesagt, es geht uns Sau gut.

Das nächste Ziel Bora Bora, ca. 20 weitere Seemeilen entfernt ist schon in Sicht.

Noch eine Anmerkung der WWKA (World Wide Kniffel Assoziation) bis hier steht es im 5 Spalten tournament 12:12… Sehr spannend…

Und ein fettes Happy Birthday Helena von uns beiden, feier fett, wir trinken auf dich… Manuia!

beim Lieblingshobby der Polynesier
unser kleines Privatmotu
Vanille und Rum, Tahaa ist nicht dumm!
So ankert Abraxas am liebsten…
Polynesischer Landhase (kein Fisch!)
Klassische Südsee Schönheit
Hochzeits-und Geburtstag auf der Inti
Steffens erste Kokosnuss, nicht Gabis erste Banane:-)

5 Responses

  1. Tschulaila

    Was für ein schöner Bericht, muss grad so grinsen, dass es weh tut. Würd rund rum gehen, wären die Ohren nicht im Weg… Ich sehe bildlich vor mir, wie schlecht es euch geht. Dicke vermissende Küsse

  2. Helena

    an die beiden Stefans: Dankeschön und Prost! Der Himmel der Bayern zeigt sich heute von seiner besten Seite, darum werde ich wild feiern 🙂
    an Steffen: super Bericht!!! kaum hängt einer wochenlang in der Südsee umeinander tun sich Talente auf…
    liebe Grüße an Alfred und füttere ihn mit Kürbis, den liebt er!

  3. Anja Sänger

    Hey Captain’s! What wir sofort erkennen, das Lieblings-Hobby der Polynesier „Bauchnabel-Baden mit Hinano “ beherrscht ihr beide perfekt! Anfänger-Glück!
    Ein wunderbarer Beitrag, SteFFen, alter Entdecker! 🙂
    Schlappgelacht haben wir uns!
    Habt noch viele Späße am anderen Ende der Welt ♡♡♡♡ aus Berlin

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