Kingdom Tonga

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Vor drei Wochen sind wir im Königreich Tonga angekommen, oder mit vollem Recht auch the friendly Islands genannt. Unfreundliche Menschen scheinen hier einfach nicht erlaubt zu sein, wahrscheinlich vom König höchstselbst verboten, gut so! Mittlerweile in Neiafu, dem Hauptort der Vavau-gruppe angekommen, war unser erster Stopp aber auf der kleinen Insel Niuatoputapu, südlich von Samoa. Einer dieser seltenen Flecken Erde, die man ohne Segelboot niemals zu Gesicht bekäme. Tiefenentspannte Leute, neugierige Kinder und überall frei herum laufende Schweine in allen Farben, Formen und Größen, gefühlt weit mehr als Menschen, ein sehr sympathischer erster Eindruck. Zusammen mit Claudia und Jona von der Inti waren wir nur kurz enttäuscht das es dort so gut wie nix zu kaufen gab, vorallem kein Bier auf das wir uns so lange gefreut hatten, aber Alkohol gibt es gar keinen auf Niuatoputapu wo die Menschen sehr gläubig sind, es gibt nur Kava und jede Menge Kirchen… und Schweine natürlich, die wir dann auch gegrillt haben zusammen mit den tollen Leuten der Insel, und den anderen Besatzungen der Segelboote die nach uns noch ankamen. Es war unvergesslich und sehr lecker, und den fehlenden Alkohol haben wir kurzer Hand selber hergestellt nach dem Rezept welches wir bei Hina im Skiclub Maupiha gelernt haben, Kokosnusswasser, Hefe und Zucker…nicht so lecker wie Bier, macht aber auch lustig.

Maupiha, oder früher Mopelia, wo Graf Luckner im zweiten Weltkrieg das Schiff „Seeadler“ vor dem Aussenriff versenkte, war unser letzter Stopp in französisch Polynesien und das unvergesslich schönste Atoll welches wir bis dahin entdeckt haben, ein Paradies wo man sofort an bleiben denkt.

Nach elf Tagen sind Inti und Abraxas trotzdem Anker auf gegangen um 600 Meilen weiter zu den Cookinseln zu segeln,  nach Suwarrow, wo einst Tom Neale aus Neuseeland alleine seinen Traum vom „Aussteigen“ verwirklicht hat. Auch hier ein Südseeparadiesatoll wie aus dem Bilderbuch, eigentlich unbewohnt kümmern sich hier nur zwei Ranger außerhalb der Cyclonsaison um die Formalitäten für die Segler. Als ich dort nach 6 Tagen auf See mit widrigsten Winden, zwei zerrissenen Segeln und ohne Motor ankam, sogar einen ganzen Tag vor Inti, waren dort noch 6 Vogelschützer anwesend, die dort gerade Ratten bekämpften um die Nester zu schützen. Eine lustige Truppe mit denen wir viel Spaß hatten, es wurde gefischt und gegrillt, und Ashley aus den USA und Alana, die amtierende Miss Cook haben uns zum schnorcheln mit den großen Mantarochen mitgenommen, eine tolle Zeit! Nur warum mein Motor streikt habe ich in diesen 10 Tagen leider nicht rausgefunden. Aber bis Tonga sind es ja nicht mal 700 Meilen, das geht auch ohne Motor,  meine Segel waren ja frisch geflickt… Also ging es weiter nach Westen, mit mal wieder einer guten Wettervorhersage, die leider mal wieder vorne und hinten nicht gepasst hat, ja der Pazifik ist ein recht unberechenbares Kerlchen…diesmal 7 Tage auf See habe ich das unglaubliche Glück fast gleichzeitig mit Inti anzukommen, denn es ist drückend heiß und fast windstill. So wäre ich ohne Motor niemals in den Pass zum Ankerplatz gekommen und bin heilfroh das Claudia und Jona mich die letzten Meilen nach Niuatoputapu abschleppen. In solchen Momenten möchte man einfach nur noch ankommen, Hauptsache hinters Riff, ankern und Ruhe, noch dazu ging uns eh ein ganzer Tag verloren auf dieser Etappe beim überqueren der Datumsgrenze…und da regen andere sich auf wegen einer lächerlichen Stunde Sommerzeit…

Revanchieren konnte ich mich für Inti’s Abschleppdienst beim verlassen von Niuatoputapu, als sich Jona vor dem Pass ein wenig verschätzt und auf einer Koralle hängen bleibt. Zusammen mit einem Fischer haben wir die dicke Inti schnell wieder flott und wir segeln mit mittlerweile 6 Booten 180 Meilen nach Süden zu den Vavaú Inseln. Seit über einer Woche bläst es schon heftig und alle warten auf das richtige Fenster für den Absprung. Auch jetzt sind noch 20 Knoten Wind aus Südost angesagt, aber das war leider untertrieben und es wird eine wirklich scheußlich ruppige Fahrt mit über drei Meter Wellen fast von vorne. Immerhin habe ich den Fehler in meinem Dieselsystem gefunden und kann wieder mit meinem Motor rechnen, nur hilft der bei so einem Wetter sowieso nichts. Es war eine schnelle aber sehr ungemütliche und nasse Etappe, dauernd war das Cockpit voll Wasser und ein fliegender Fisch hat es sogar bis in meine Kajüte geschafft, pfui Teufel…das unschöneste Erlebnis war ein Sturz im Cockpit bei dem ich mir eine Rippe gebrochen zu haben scheine, danach hat das segeln noch viel weniger Spaß gemacht…Jetzt bin ich erstmal froh hier in Neiafu zu sein um wieder etwas beweglicher zu werden und genieße das hiesige Bier zusammen mit haufenweise Schmerztabletten:-)

P.s.: Aleko! Bishop Finger hört sich super an, ich wäre sogar mit Pope’s Toe zufrieden, aber wo zum Teufel sind die neuen Hebriden, ich kenne nicht mal die alten…werde es googeln und wünsche euch beiden das Beste…Yammas!

Ankerplatz in Maupiha, ein Traum
Hina Skiclub Maupiha, Jaaa!
Auch Inti und Abraxas haben ihre Wegweiser in Suwarrow hinterlassen
Mit Miss Cook in Suwarrow
On the way
Im Schlepp von Inti erreichen wir Tonga
An der Tankstelle bei unserer Inselrundfahrt
Einklarierungskomando und dann unserer Freunde in Niuatoputapu
Tonga ist nix für Vegetarier!
Die Grillprofis

2 Responses

  1. Tripulante

    Mann o Mann, da wird die Reise aber immer spannender. Und Chapeau, die Widrigkeiten des Segelns meisterst Du bravurös. Na ja, ich stelle es mir nicht einfach vor, ohne Motor und Segel vorwärts zu kommen;-)) Wenn Du das jetzt auch noch ohne Boot unter dem Hintern hin bekommst, bist Du der erste Weltumsegler ohne jegliche Hilfsmittel, sogar ohne Boot.
    So ein Paradies hat schon was, wo die Ferkel auf den Spieß rennen. Fließt da auch Milch und Honig?
    Weiter so Kapitän, ich wünsche Dir von Allem das Beste

  2. Mesut Özil

    Du musst dringend mehr Schwein essen, du Arbeitest, ganz dürr bist worn Bub…

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