ISLA CLEMENTE

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Von Aguirre ging’s bei schönem Wetter in drei Etappen zur Bahia Anna Pink. Dort liegt Isla Clemente, die zwar nur 8 auf 17km misst aber mehrere fast 1000m hohe Gipfel hat. Ein 4km langer Fjord führt in die Insel, an dessen Ende Caleta Milabu mit beeindruckenden Wasserfällen. Über eine Woche bleibe ich in der sich wieder zeigt das sowohl Beduin wie auch ich wirklich gute Schutzengel haben. Aber auch sonst gibt’s vieles zu erzählen. Zwei Sturmtiefs mit nur einem Tag abstand ziehen durch, das zweite laut Armada mit Windgeschwindigkeiten bis 90 Knoten! Anhand meines Eimers messe ich in 3 Tagen über 60cm Regen, in jedem anderen Land eine Katastrophe aber hier schwellen nur die Wasserfälle zu einem schmerzhaften Getöse an. Dazu die pfeifend und jaulenden Willywaws die aus allen Richtungen die Berge runterjagten. An den ruhigeren Abenden, zur Dämmerung besuchte mich ein Otterpärchen. Er beeindruckt sie mächtig indem er zirkusreife Seilakrobatik an der Landleine vorführt. Nachts trauten sie sich dann an Bord, anhand des wilden Getrappel und der Sprünge scheinen sie sich mächtig zu amüsieren. image

Als sich der erste Sturm ankündigt kommt ein Fischerboot Schutz suchen. Trotz großem Stockanker driftet es immer wieder durch die Bucht. Mühsam müssen sie mehrmals den Anker aus tiefen Wasser per Hand aufholen. Frustriert kommen sie zu mir und fragen ob sie, wenn sie 2 Anker ausbringen längsseits kommen können, mit meiner Landleine wäre es dann eine sichere Sache… Die Vernunft sagt mir NEIN, aber ein Fischer würde nie ablehnen, man ist ja auch Gast… Zudem belege ich den einzigen sicheren Ankerplatz, überall sonst fällt der Meeresgrund von zu flach steil auf 30-40m ab. Also OK, es klappt prima und die Boote liegen selbst in den starken Böen sicher und ruhig. Abends trinke ich mit dem Käpt’n auf Beduin einen Wein. Sie sind Muscheltaucher aus Chiloe, gezwungenermaßen zum ersten mal so weit südlich unterwegs da die Gewässer um Chiloe immer noch von red Tide befallen sind, die umweltschäden der Lachszuchten zehren nach wie vor an der Existenz der Fischer… Nachts dreht plötzlich der Wind mit voller Wucht um 180°, Beduin läuft auf Grund, das gut 20 Tonnen Fischerboot drückt dazu noch kräftig. Zum Glück ist der Grund sandig und steil ansteigend aber die Landleine hat sich in den Rudern beider Boote verklemmt. Es schüttet wie aus Eimern, in den Böen waagerecht aber wir schaffen es die Leine zu befreien. Wie auf dem Foto zu sehen liegen am nächsten Morgen die Boote wieder friedlich aneinander.

Beinahe reingerutscht
Beinahe reingerutscht
Es ist ein schöner Tag, ich mache eine lange Wanderung zu zwei Seen in etwa 600m Höhe. Auf dem Rückweg am oberen Wasserfall Gerate ich auf rutschigen Fels, beide Füße rutschen weg, ich knalle mit voller Wucht auf den Rücken. Wäre ich nur einen halben Meter weitergerutscht hätte mich der Wasserfall verschluckt. So blieb es „glücklicherweise“ bei drei Tagen Rückenschmerzen. Vieles geht mir in dieser Woche durch den Kopf, denn vor einem Jahr war ich um diese Zeit in Aachen…imageimageimageimageimageimageimage

3 Responses

  1. Suse aus Frankreich

    Hallo Aleko, deine Reise bleibt ja weiter sehr aufregend !
    Pass auf dich auf und bedanke dich bei deinen Schutzwesen, es sind mehr als du glaubst. In jedem Land sammeln sie sich über Beduin und segeln mit. Ja November bringt traurige Errinerungen aber das Leben geht weiter. Geniesse jeden Tag, aber vergiss nicht die Richtung sollte Milina bleiben, egal was in USA geschiet !
    Also gute Winde, gute Schutzbuchten,nette Begegnungen und so schöne Fotos für uns hinter dem Bildschirm !

    • beduin

      Don Carlo was a little rough and smelly, got just a small scratch in my gelcoat. Not worth talking about. But I broke him a strip of wood and Aleko had to clean my deck from all the yellow paint I took off him….
      Cheers Skol, hope to see you again, but not without fenders

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