Fiji Regatta Week

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Die berühmte Fiji time ist einfach anders, sie vergeht entweder besonders langsam oder aber besonders schnell. Langsam, weil hier nichts so ernst und wichtig genommen wird, und gute Laune und möglichst viel lachen deutlich höher im Kurs zu stehen scheinen als exakte Termine und Effizienz… schnell kommt es mir gerade vor, weil ich nicht glauben will das ich schon fast zwei Monate in diesem extrem fröhlichen Land der wohl freundlichsten Menschen bin, die man sich nur vorstellen kann…

Jetzt soll es für mich weiter nach Westen gehen, nächster Halt Neukaledonien, knappe 700 Seemeilen. Abschied nicht nur vom unvergesslichen Fiji, sondern auch von Inti und meinen mittlerweile sehr guten Freunden Claudia und Jona, mit denen ich lange zusammen gesegelt bin und bleibende Erlebnisse teile.

Sie lassen Inti hier um nach Deutschland zu fliegen, Fortgang ihrer Reise noch ungewisser als meine, weil Pläne von Vagabunden meistens nicht viel wert sind und sich täglich ändern können. Ein Hauptgrund ist das schnöde Geld, das man am liebsten komplett ausblenden würde in so einem Leben, geht aber leider nicht ohne… Meines ist nach über vier Jahren auf Langfahrt auch fast aufgebraucht und bald werde ich wohl schweren Herzens auch von Abraxas Abschied nehmen müssen, falls ich einen Käufer finde. Immerhin bin ich schon mehr als doppelt so lange unterwegs als ich beim ablegen in Milina optimistisch für meine Bordkasse veranschlagte, und keinen Tag möchte ich missen von diesem Abenteuer…

Eine Woche war ich mit Abraxas auf der Werft in der chicen Vuda Marina um zu versuchen sie endlich ganz dicht zu kriegen. Erfolg? Naja, ich sag mal metreo, auf jeden Fall besser als vorher. Aber um das perfekt zu reparieren fehlte mir bei fast 40 Grad nicht nur die Lust, sondern auch die Zeit und das Geld. Der 60 Tonnen Travellift der Marina ist zwar unglaublich billig, dafür kostet jeder Tag on the hard umso mehr, da gilt es nicht zu trödeln und schnell zurück ins Wasser. Auch weil dort ein Wind durchs Boot streicht und es nicht mehr ganz so unerträglich heiß ist, und ich nur so noch rechtzeitig zur legendären Fiji Regatta week auf Malolo Lailai kam, und zwar mit blitzblanken Unterwasserschiff und frischem Antifouling. Obwohl ich mir das auch hätte sparen können, wenn ich vorher gewusst hätte das wir souverän letzte werden und dort überwiegend moderne Rennziegen mitsegeln. Aber es war ein großer Spaß und eine sehr lustige Woche in der Musket Cove, viele neue Bekanntschaften und jede Menge Party. Als ich dort ankam war Inti natürlich schon vor Ort am Anker, zwischen hunderten Yachten aus der ganzen Welt, was ein Trubel… jeden Tag gab es unterschiedlichste Regatten und Spaßwettbewerbe, und abends Party und Livemusik. Ein Highlight waren die Hobbycatrennen mit fliegendem Start an der Islandbar und jeder Menge Chaos, Gegröle und Unfällen, und natürlich die große Abschlußregatta um die ganze Insel. Da sind wir mit Claudia und Jona als Crew auf Abraxas auch mitgesegelt und haben erstmal den Start verschlafen, dann aber sehr clever abgekürzt wo alle noch um eine Insel gesegelt sind (auf dem Track Bild,  die Insel oben links:)

Die Island Bar in der Musket Cove…
… großer Treffpunkt zur Fiji Regatta week
Eine Woche racing…
… und Party…

… und mit genug Kleingeld kann man auch am eigenen Bungalow anlegen
Abraxas und Crew bei unserer Aufholjagd
… aber die anderen hatten bessere Segel
Unser Track vom Race
Unser Preis für das letzte und kleinste Boot
Musket Cove, Malolo Lailai

Market in Nadi

…plötzlich waren wir mitten im Feld und haben aus Abraxas alles rausgeholt, was leider nicht sehr viel war weil wir ziemlich übertakelt waren, der Wind immer mehr wurde und es ans kreuzen ging, dann riss auch noch die Genua und wir haben alle wieder vorbei lassen müssen, kamen aber mit bester Laune als letztes und kleinstes Boot über die Ziellinie, und haben sogar einen Preis bekommen obwohl wir nicht mal Startgeld bezahlt hatten… Es war ein tolles Erlebnis dabei gewesen zu sein, und ich kann nur jedem wärmstens empfehlen diese Woche in der Musket Cove zu verbringen, sollte man zufällig im September in Fiji sein…

Von dort bin ich dann zurück nach Lautoka gesegelt um Abraxas für die nächste Etappe zu verproviantieren und um auszuklarieren, jetzt liegen wir zusammen mit Inti vor der Vuda Marina wo diese morgen auf die Werft kommt. Ich will das gute Wetterfester nutzen um die nächsten 700 Meilen hoffentlich schnell zu segeln, bin aber sehr optimistisch weil ich diesmal sogar professionelle Hilfe von Leo habe, der das ja mittlerweile beruflich macht und mir sogar Strömungskarten bis Neukaledonien gemailt hat…wow what a Service!  Danke Leo! Und sollte ich doch eins auf die Mütze kriegen, mach dich auf übelste Beschwerden gefasst, Leo, weil Fake news kannst du dem Donald schicken:-) so long, bis die Tage

2 Responses

  1. Stepke

    Gut angekommen in Noumea, Neukaledonien, nach harten 7 Tagen auf See mit fast nur Südwestwind und scheußlichen Kreuzseen…bin froh an Land zu sein, liebe grüße

  2. Birgit Schillag

    Lieber Stepke,
    nach ewigen Zeiten gucke ich wieder mal in Alekistan.com rein – und ich freue mich aufrichtig zu hören, dass es dir gut geht und du eine solche Menge tolle Erlebnisse auf deiner Weltreise hast. So wie du es dir immer gewünscht hast. Toll Steppke. Vielleicht hast du gehört, dass ich wieder zurück in HH bin? – Hat sich vieles in unserem Leben verändert. Weiterhin eine gute Fahrt und wunderschöne Erlebnisse.
    Ich schicke dir ganz viele liebe Grüße aus dem hohen Norden.
    Birgit

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