Estrecho de Magallanes

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Weiter geht’s mit leichten Westwind und immer noch Sonne. Am Faro Fairway vorbei wo ich mich per Funk mit Bootsnamen melde. Eine angenehm freundliche Frauenstimme antwortet: Willkommen señor Alexandros Stephan, einen schönen Tag, ob sich am Zielhafen oder voraussichtlicher Ankunftszeit etwas geändert hat? Ob alles in Ordnung sei, ich etwas bräuchte? Dann wünscht sie mir eine sehr schöne Weiterreise,gutes Wetter und bedankt sich das ich mich gemeldet habe… Freudig überrascht staune ich, denn sonst muss man bei meist schlechter Verbindung Bootsnamen buchstabieren, Call sign, Registriernummer, Zahl der Passagiere, letzter Hafen, Ziehlhafen, … Wiederholen,bestätigen… Und woher wusste sie so schnell meinen Namen, wurde ich schon erwartet? Gut gelaunt geht’s mit Schmetterling in die Magelanstrasse, der Wind frischt auf und schnell erreichte ich Puerto Augusto. Wegen der starken Böen und fallenden Barometer will ich mich in einen engen Schlauch neben der Mündung eines Wildbaches legen. Laut Buch geht’s über eine Flachstelle von 1,4m bei Kartennull. Es ist 3 Stunden nach Hochwasser laut Navionics 95cm über Null, sollte also 2,35m tiefe haben. Taste mich langsam ran bis mich eine plötzliche starke Böe von hinten erwischt und Beduin feststeckt. Die Flachstelle ist in den letzten 10 Jahren seit erscheinen des Buches weiter versandet.

Versuche mit allen Tricks Beduin frei zu bekommen, doch die Ebbe kommt zu schnell …
…da hilft nur noch schnell den Bug ins Wasser drücken um Stabilität durch Auftrieb zu erhalten, dann das Schiff am kippen hindern. Das geht alles nur über den Mast…
…sonst hätte Beduin sich ganz auf die Seite gelegt, den das Wasser sinkt noch unter einem Meter.
Am nächsten Tag, bei Sturm, Willywaws und Regen könnte ich nicht besser liegen.

Diesen, so wunderbar ruhigen Liegeplatz will ich verständlicherweise auf Nummer sicher nur 1-2 Std. vor Hochwasser verlassen. Das wäre um 15h oder 3 am Morgen, jeden Tag ne knappe Stunde später. Das heißt entweder in den nächsten 2 Tagen um bei Licht noch am nächsten Ankerplatz anzukommen oder dann erst ab 5 Tagen am frühen Morgen. Allerdings wäre dann Halbmond, die Gezeiten schwächer und damit fraglich ob die Flut überhaupt ausreicht um über die Flachstelle zu kommen… Ein Tag später hat der Wind sich beruhigt, das Barometer ist leicht gestiegen. Also weiter. Gerade mal eine Stunde unterwegs und Wind mit Starkregen bricht los. Nur mit Großsegel im dritten Reff jage ich durch fliegendes Wasser zur glücklicherweise nicht allzu weiten Caleta Playa Parda Chica. Mit Anker und 4!!! Landleinen liege ich da zwar sicher, doch sehr ungemütlich dem Wind und Willywaws ausgesetzt. Beduin wird immer wieder bis in die „Grundfesten“ erschüttert.

Caleta Playa Parda Chica, dahinter die Magelanstrasse
Volle drei Tage dauert der Sturm, dann kann ich bei dauerregen weiter zur Isla Spider
Pelzrobben Vergnügen sich
Buckelwale

Dort bekomme ich von Fischern eine ganze Einkaufstüte frisch gekochte Centolla Beine die wir zum Wiedertreffen mit Ithaka am nächsten Tag verspeisen. Der Regen hat endlich aufgehört, so geht’s bei besten Wetter zur Bahia Mussels der letzte Stopp in der Magelanstrasse. Hier sehen wir die gefürchtete Algenblüte, Marea rocha (red tide) Wolken aus Rostrot gefärbten Wasser breiten sich in der Bucht aus.

Keine Mühe wird gescheut…
…für so eine Weitsicht
Auch am nächsten Tag herrlichstes Segelwetter, es geht nach Süden in den Seno Pedro.

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