Capverden-Azoren

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Ein kräftiger NNO Passat brachte uns hart am Wind in 5 Tagen an den Rand der Rossbreiten. Der Wind drehte auf Ost und schwächte ab. Ich konnte ausreffen und die große Genua setzen. Später wird der Wind so schwach das es nur noch mit dichtgeholtem Blister und etwas Motor weitergeht, doch endlich sind die Gesetze der Schräglage außer Kraft gesetzt. Der Seegang lässt nach, die Wolken verschwinden, auch die feuchte schwüle ist vorbei. Keine Fliegende Fische, keine Vögel, nichts beißt mehr an der Angel, kein Schiff mehr auf dem AIS nur Wasser und Himmel… Doch ich bin nicht der einzige Segler, unzählige Portugiesische Galeeren kreuzen unseren Weg. Portugiesische Galeere, schön, clever doch äußerst gefährlich.

Die Zonen zwischen 25° und 35° Nord oder Süd heißen Rossbreiten, da früher Segelschiffe die oftmals wochenlang in den dort herrschenden Flauten gefangen, die mitgeführten Pferde und andere Tiere Schlachten mussten um Trinkwasser zu sparen.
Wir haben dagegen Glück. Durch ein Tiefdruckgebiet im Norden ist das Azorenhoch weit im Westen und die Rossbreiten zu einem schmalen Streifen komprimiert. Es dauert nur 3 Tage bei leichten wechselnden Winden, dann setzt der WNW ein der leider nach 2 Tagen zu einem schwachen Westwind wird. Nach 12 Tagen und 1374 Seemeilen in Vila do Porto auf Santa Maria.


Vor 2 1/2 Monaten, Anfang Herbst ging’s von den Falklands los, zwischendrin etwas Hochsommer und komme nun im Frühling an. Irgendwo ist da ein Winter auf der Strecke geblieben, doch nach so langer Zeit in kalten Regionen passt das ausgezeichnet.

Nach soviel allein segeln, noch was übers Einhand segeln. Auf die Frage ob er sich vorstellen könne auch allein unterwegs zu sein antwortete Colin: er traue es sich zu, würde sicherlich damit klar kommen und einiges wäre sogar einfacher doch es hat ihn nie gereizt. Das wichtigste würde ihm da fehlen, nämlich all die schönen Momente und Erlebnisse mit jemanden teilen zu können erst dann würden sie unvergesslich. Dafür gehe er auch gerne Kompromisse ein. Sagte er mit verschmitztem Seitenblick zu Ana.

Ich habe diese Lücke mit den vielen Berichten und Fotos auf Alekistan gestopft, wo ich eigentlich so schreibfaul bin das ich vor meiner Abfahrt wahrscheinlich 20 Jahre keinen Brief mehr geschrieben hatte.

Durch einhandsegeln kann man viel über sich und seine Grenzen erfahren, ohne dabei jemanden in Mitleidenschaft zu ziehen. Allerdings traf ich einige alleinseegler mit einem ordentlichen Sprung in der Schüssel. Hatten sie den vorher schon? Ich hoffe es…

Langjähriger Einhandsegler

12 Responses

  1. Wolfgang-Volos

    klingt wie immer alles so , als wäre DEINE Schüssel noch genauso (intakt) wie vor 3 Jahren 😉 und ich bin sicher ,dass du jetzt viel mehr über ihren Inhalt weisst als damals !!

    • Aleko

      Danke, das beruhigt mich etwas, aber was ist mit Inkubationszeiten? Wellenbrechern? Gibt’s Langzeitstudien? Beduin’s Beschwerden, immer muss sie alles alleine machen. Und all die Muschelrauschenlauscher? Wäre es nicht vernünftiger ich beende meine einhandkarriere, gleich hier auf den Azoren? Da brauch ich noch mal Docs Rat.

      • Suse aus Frankreich

        Nein Aleko du musst nach Milina. Um alles genau zu studieren braucht es einen Vergleich an Ort und Stelle ! Aber ich bemerkte schon dass du „wir“ schreibst: Also frag mal Beduin was sie dazu meint. Liebe grüsse auch von deiner Schwester aus Berlin. Vergiss nicht sie befahl dir die Heimfahrt.

      • Wolfgang-Volos

        Ganz ehrlich und unter uns gesagt , muss es da schon einen gewissen Schuesselsprung geben , um ueberhaupt alleine auf grosse Segelfahrt zu gehen !! Ich hatte es ja auch mal vor , aber der Sprung wurde fast in Gaenze von ‚lieben‘ Menschen gekittet… Inzwischen reicht es gerade noch fuer gelegentliche solo-Gleitschirmfluege 😆

  2. Aleko

    Suse, das hast du missverstanden, die Frage war ob ich vielleicht besser nicht allein zurücksegle. Aber wenn ich mich hier so umgucke, die Azoren könnten mich zum bleiben verleiten…

    • Suse aus Frankreich

      Es finden sich doch sicher Bewerber zum mit zurücksegeln.
      Also dann geniesse erst mal die Azoren. Was ist denn da so schön ?

  3. Suse aus Frankreich

    Nach Vergrößerung vom roten Einhandsegler-Bild sehe ich wie sehr dass nach Stephan´s aussieht. Sei auf der Hut ! Jetzt verstehe ich deine Bemerkungen !!! Mais tout se soigne.

  4. isa & ariel

    Hello Amigo, we are happy to see you arrived safely in the açores. Some friends of us are starting permaculture farming in the island of santa maria. They are English and named Meme and Mike. They own a catamaran called Therapeutix but we don’t know where the boat is moored. Weintend to send them a bunch of chilote garlic so they stard growing it! So, we are back in chiloe now after a wonderfull navigation to and from puerto eden, and spend a full month in the surroundings of golfo de penas. Good catches (sierra, tuna, jaiva). Trifulka have separated, so the music is not as good as it was. We miss you.
    Abrazos fuerte

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