Bula Bula Fiji

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Von Tonga nach Fiji erwischen Inti und Abraxas endlich mal wieder das richtige Wetterfester, und obwohl wir nach den letzten eher ernüchternden Etappen skeptisch und auch schon etwas segelmüde waren, werden wir diesmal mit konstantem Rückenwind belohnt und es wird eine herrliche Rauschefahrt. Mit 4 Nächten haben wir gerechnet für die etwa 420 Seemeilen bis Savusavu und es wird Abraxas‘ schnellste Pazifiketappe. Nach drei Etmalen von 140 Meilen muss ich in der dritten Nacht vor den Riffen zur Einfahrt vom Golf von Savusavu noch beidrehen um nicht im dunklen anzukommen und nach nur 70 Stunden sind wir da,  hurra! Da hat sich Abraxas selbst übertroffen, aber nicht ohne mich unterwegs so richtig zu erschrecken. Als ich nachts zur Routinekontrolle aus der Koje steige, habe ich plötzlich nasse Füße und Wasser schwappt über den Fußboden. Unschönes Gefühl und Sch…. denke ich, probiere aber sofort ekelbefreit zwei Handvoll Fußbodenplörre um festzustellen das es gottseidank nicht sehr salzig schmeckt. Also haben meine Wassertanks irgendwo ein Leck, nicht schön aber viel besser als ein leckes Boot, und meine Bilgenpumpe schafft die Sauerei auch einigermaßen schnell aussenbords und es bleibt danach auch relativ trocken… Relativ deshalb weil Abraxas leider immer noch Wasser macht seit unserem Crash auf den Tuamotus, und ja, trotz meiner Reparatur in Thahiti bei der ich nicht gepfuscht habe, es ist mir selbst ein Rätsel… Aber was ein kleines Boot auf solchen Meilen manchmal einstecken muß, kann sich auch niemand vorstellen der noch nicht im Pazifik gesegelt ist. Egal, wir sind in Fiji angekommen und es ist herrlich, Abraxas hat über 20000 Meilen hinter sich gebracht und alle westlichen Längengrade durchsegelt, da darf sie auch mal ein bisschen undicht sein. Aber das ist natürlich nicht mein Lieblingsgefühl, und da es hier auf Viti Levu eine unschlagbar billige Werft gibt, überlege ich gerade dort für eine Woche on the hard zu gehen um das Leck zu finden und zu reparieren bevor es weiter nach Neukaledonien geht…

Zurück zu unserer Ankunft in Savusavu auf der Nordinsel Vanua Levu. Dort sollte man zur richtigen Zeit ankommen, um die sowieso nicht ganz billige Einreiseprozedur nicht unnötig zu verteuern. Ausserhalb der Arbeitszeit oder am Wochenende zahlt man das doppelte, also gilt es die Ankunft gut zu timen was uns prima glückte. Angekommen, wird man typisch fijianisch vom herzlichsten begrüßt, und muss an Bord warten bis die vier Behörden (Quarantäne, Health, Biosecurity, Customs und Immigration) alle da waren und ihre Papierberge und Gebühren sortiert haben. Erst dann darf man an Land, hat aber wegen dieser extrem gut gelaunten Menschen sofort große Lust dazu, egal wie müde und egal wieviel Bürokratie… Savusavu ist eine kleine Stadt und sehr quirlig, alles viel mehr busy als noch in Tonga, aber überall wollen sie uns begrüßen und die Hände schütteln und jeder ruft einem das typische Bula Bula zu, wow Fiji! Die Nordinsel ist bergig und bedeckt von dichtem Dschungel und Regenwald, am Strand dampfen heiße Quellen und auf diesen stehen oft Eimer oder Töpfe mit Kartoffeln oder Huhn die da herrenlos vor sich hin köcheln, wenn es gar ist wird sich schon ein Besitzer finden… Der Markt ist riesig und Gemüse und Obst spottbillig, auch die vielen indischen Currykneipen, die wir sehr genießen, nur Bier ist teuer:(  Wir freunden uns mit Abel und Billy an und trinken mit ihnen Kava auf Abraxas… die Freundlichkeit der Menschen hier ist einfach unglaublich.

Dann geht es für Inti und Abraxas weiter Richtung Bligh water und zur Hauptinsel Viti Levu,  navigatorisch eine kleine Herausforderung, denn es geht durch zahlreiche Riffe und enge Passagen mit manchmal heftigen Strömungen, auch der Tidenhub nimmt hier wieder zu,  immerhin schon fast zwei Meter bei Voll-und Neumond. Durch die Blighpassage segeln wir dann Regatta bei guten 6 Bft. und kurzen, steilen Wellen hart am Wind…da machen wir käptn Bligh alle Ehre! Dann sind wir wieder hinter dem Riff auf der Nordseite von Viti Levu, und hier sieht es fast

Auf dem Weg zur Blighpassage
Buckelwaal vor Vavaú
Coolest Marina ever, Waitui Savusavu
Inti und Abraxas in Savusavu
Nananu Island, Viti Levu
In Fiji sind die Menschen am liebsten glücklich
Schulausflug a la Fiji

Endlich wieder Fisch… Juhu, ein Wahoo
Da musste Inti mal in Schlepp:-(

Hinterm Riff, herrliches segeln ohne Wellen, bis die Putzfrauen überholten

aus wie in Kreta, ziemlich kahl, trocken und auch das Wasser ist eher grün als blau. Aber wir haben tollen Wind um die ganze Küste im Slalom durch die Riffe zu segeln, fangen auf beiden Booten einen Wahoo, und die eher enttäuschende Landschaft machen die netten Menschen wett, die wir treffen. Wir segeln bis Lautoka und ankern dort vor dem großen Industriehafen weil wir dringend mal wieder einkaufen müssen. Puh! Laut, dreckig und hinter der Stadt brennt die Müllkippe und es riecht Tag und Nacht nach verbranntem Plastik, herrlich die Zivilisation, obwohl die Stadt sehr sympathisch wäre. Überhaupt fällt einem in Fiji mal wieder extrem auf was wir für ein Müllproblem haben, und das bei unserem Konsum-und Verpackungswahn wohl wenig Hoffnung besteht, das irgendein Plastikteppich in irgendeinem Ozean irgendwann einmal kleiner wird… Trump würde twittern: Sad!

Uns reicht es nach zwei Tagen und wir legen mit Kopfweh, aber voller Plastiktüten ab, um Claudis Geburtstag in der Bucht nebenan zu feiern,  hier in Saweni Bay ist es deutlich schöner und nicht weit zur Vuda Marina, wo Claudia und Jona ihre Inti über die Cyclonsaison lassen wollen und ich demnächst Abraxas nochmal nachbessern werde…so long aus Fiji, Bula Bula

  1. Friedrich Stapf

    Wie geht es Deinen Rippen??
    Und: Wie geht es Deinen Finanzen…..
    Friedrich

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