Baustelle Abraxas

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Nach einem sehr schönen Monat mit Helena an Bord, in dem wir rund Moorea gesegelt sind und richtig Urlaub gemacht haben, war ich dann nochmal fast einen Monat in Tahiti am Anker, um eine Werft klar zu machen und mich um Material und fehlendes Werkzeug für Abraxas‘ Reparatur zu kümmern. Dabei bin ich auch über mein neues Dinghy gestolpert, welches ich auf Grund seiner überragenden Seegänigkeit sofort „Royal Helena“ genannt habe, kein Vergleich und ein super Tausch gegen die gute alte Queen Mary… die musste Abraxas leider wieder verlassen, nach zweieinhalb Jahren und 13000 Seemeilen huckepack auf der Kajüte, und lebt jetzt auf Bora Bora mit einer sympathischen Italienerin und ihren zwei Kindern, die hellauf begeistert waren von ihrem neuen Spielzeug… good luck Queen Mary! An diesem Ankerplatz in Taina, südwestlich von Papeete liegen hunderte Yachten und Wracks aus aller Welt, ein Spaß mit dem Paddelbrett hinter dem Riff zum Boote kucken, und es ergaben sich auch kleinere Jobs, nur die großen haben leider nicht geklappt wie eine Überführung nach Neuseeland die ich mit Jona von der Inti machen wollte. Und alleine über das trampen in Tahiti könnte man eine Menge lustiger Geschichten erzählen, die meisten Menschen hier sind wirklich tiefenentspannt. Den schönsten Ausflug haben wir mit Claudia und Jona ins Fautaua Valley gemacht, zu einem echt beeindruckenden Wasserfall durch spektakuläre Landschaft und Natur, diese Insel ist fern der Strassen wirklich sehr sehenswert…

Und dann ging es für uns weiter nach Port Phaeton, auf die Werft in Taravao im Süden Tahitis, wo mich 10 Meilen vor der großen Bucht leider mein Motor im Stich ließ und in den hohen Wellen war an Reparatur nicht mal zu denken. Und nur mit Segeln durch die engen Riffpassagen zu kreuzen ist nicht gerade mein Lieblingsgefühl, wir hatten aber Glück und einen schönen Ankerplatz hinter dem Motu Puuru gefunden, nur das Problem fand ich nicht. Am nächsten Morgen lief der Motor wieder, aber nur genau so lange bis wir wieder hinter dem Riff raus in den Wellen waren, dann schnell wieder Segel hoch und zur nächsten Einfahrt kreuzen, das war dann richtig aufregend bei viel Wind durch die Passage und noch um zwei Ecken bis Port Phaeton, hat aber prima geklappt… und jetzt steht Abraxas seit 10 Tagen on the hard auf der sehr schön gelegenen Werft, die mich ein bisschen an Milina erinnert, nur haben die hier einen hydraulischen Trailer (da wäre Panajoti neidisch!) und statt Olivenbäume gibt’s Palmen und Mangroven und viel fiesere Mücken und feinstes Denguefieber…ja hier fängt der Sommer und die Regenzeit an…

Abraxas ist eine Grossbaustelle und das Chaos an Bord war noch nie besser, überall Werkzeug und Motorteile und Polyesterstaub, dazwischen mein Bett und drei Quadratmeter Lebensraum:-(… ein Boot gehört einfach ins Wasser! Aber ich bin fleißig und habe alle kaputten Rumpfstellen offen zum trocknen, das Ruder ist wieder gerade gebogen und muss nur noch laminiert werden, so wie das Skeg das leider angebrochen ist und etwas mehr Arbeit wird als gedacht… und was mein Motor für Zicken macht finde ich auch noch raus… ach ja, und eine neue Ankerkette wird mir hoffentlich auch noch über den Weg laufen da meine schöne Inoxkette leider dem Pazifikfrass zum Opfer gefallen ist… So sieht’s aus bei mir und Abraxas, alles wird gut und irgendwann geht’s weiter!!!

Proudly present my new Dinghy „Royal Helena“…
Aufatmen für die lecke Abraxas, endlich zum trocknen an Land…
Die leicht mitgenommene Steuerbordseite, aber die gerammte Insel hat es schlimmer erwischt:-)
Auf der Werft in Taravao
Ruder und Skeg hat die größten Schäden…
Bootsflohmarkt im Yachtclub von Arue…
Unterwegs mit Claudi und Jona vor Riesen-Bambus
Immer sportlich und bester Laune die Polynesier
auf dem Weg nach Taravao, Notstopp beim Motu Puuru wegen Motor-Ausfall
Badestopp im Fautaua Valley auf dem langen Weg zum Wasserfall
Cascade de Fautaua

Unter der großen Dusche Po

12 Responses

  1. Tschulaila

    Oh wie hübsch ist Royal Helena! Frohes schaffen beim Abraxas heile machen und Obacht vor den fiesen Mücken!

  2. Ulli Hoeneß

    Hey fleißiger Bootsbauer, ja hin und wieder ist so ein Hausputz nötig.
    Richtig hübsch ist dein badeentchen. …

    • Stepke

      Habe diese unglaubliche Geschichte auch verfolgt und glaube die Mädels haben mehr als nur einen Motorschaden… Und für die Navigation waren ziemlich sicher die Hunde zuständig… Hätte die ja fast hier getroffen wenn sie nicht falsch abgebogen wären:-)
      Und kalo Mina aus Tahiti

  3. birgit

    Nun musst du „nur“ noch dafür sorgen, dass Abraxas wieder genauso schick aussieht 😉
    Halte durch es lohnt sich. Wir sind auch wieder am basteln, aber zum Glück kein Vergleich zu deiner Grossbaustelle. Grüsse Birgit und natürlich auf vom Rest der Kalibu – nun in NZ angekommen

  4. Kutli

    Na wie gehts mit deiner Baustelle voran hoffe du bekommst alles in den Griff.
    Das mit den Mädels habe ich auch verfolgt nicht aufgepasst die beiden .
    Ging gozeidank nochmals gut.

    Also alles Gute weiterhin bei uns hält der Herbst Einzug arsch kalt.

  5. Anja Cabral

    Hey Aĺeko und Stepli!
    Die Robusta steht jetzt in Neuseeland an Land. Wie hat dann euer Unterwasser mit dem Antifouling das wir in Chile draufgeschmiet haben ausgesehen? Das war ja voll billig! Dank Stepli der gesehen hat dass es schon einige Zeit übers Datum war. Dicker Gruss von den Robusten, vermissen euch!!!

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