Abschied von Tahiti

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Heute nehme ich Abschied von der Südsee, Alekistan, der Abraxas und dem käptn. Wir verbrachten noch schöne Tage in der Opunohu Bay auf Moorea und leider vergeht die Zeit hier viel zu schnell. Wir wanderten durch Ananasfelder zur ca. 10 km entfernten Cookbay und freuten uns sehr auf ein kaltes Bier bei der Hitze. Aber das ist in Franz. Polynesien nicht so einfach wie z.Bsp. in Bayern und an die hiesigen Öffnungszeiten der Läden muss man sich auch erst mal gewöhnen. Wo man jedoch immer auf seine alkoholischen Kosten kommt sind die Sundowner Beach Partys, welche die Seglergemeinde am Anker gerne feiert. Per Mund zu Mund Propaganda erfährt man davon, jeder bringt etwas mit und um 5 geht’s los. Der Superstar war Wolfram aus Dortmund, er rockte mit seiner Gitarre und brachte alle zum singen und tanzen. Auch habe ich endlich die Inti’s kennen gelernt, Stepke’s Freunde, die er auf Rapa Nui getroffen und mit ihnen seit Gambier zusammen reist. Ein super tolles Paar aus Berlin, die schon seit 4 Jahren unterwegs sind. Mit Kumpel Rik, ein sehr lustiger Käptn aus Belgien, ging’s mit dem Dinghi in eine Lagune wo Mantarochen und Schwarzspitzenriffhaie angelockt werden. Näher kann man diesen faszinierenden Tieren nicht kommen und so bekam ich meine ersten Haie direkt vor die Nase serviert. Mit dabei war auch die Crew der Kalibu, eine tolle Familie aus Berlin, seit drei Jahren auf Langfahrt, die ihre jugendlichen Kinder unterwegs an Bord unterrichten. Es wird nie langweilig, diese vielen interessanten Menschen kennen zu lernen. Oder Zufälle zu erleben: Wie der Käptn eine herannahende Yacht beobachtet und immer aufgeregter wird als er meint das Schiff zu kennen! Ein ehemaliges Charterboot aus Alonissos unter griechischer Flagge mit Namen „Peristera“, gesegelt von einer älteren Damencrew,  da ging auch gleich auf Abraxas zur Begrüßung die griechische Fahne hoch…Da könnte ich noch viele solcher Geschichten erzählen, aber dafür ist diese Seite zu klein. Aber unsere krasse Rückfahrt nach Tahiti muss ich noch erwähnen. Da jeden Tag ziemlich viel Wind war, aus genau der Richtung wo wir hin mussten, entschieden wir uns zusammen mit noch zwei Booten am Samstag die 15sm nach Tahiti aufzukreuzen. Aber der fiese Ostwind blies statt der angesagten 20 Knoten mit über 30, und auch die Wellen waren wohl etwas höher als die vorhergesagten 3 Meter. Ich habe eine Tablette genommen und die Käptn’s Koje nicht mehr verlassen, während der Käptn Abraxas in 7,5 Stunden nach Tahiti geprügelt hat. Puh! Wenn man das nicht erlebt hat, kann man sich das nicht vorstellen, was da für Kräfte wirken und was so ein Boot einstecken muss. Völlig fertig, gut gesalzen aber glücklich sind wir dann in der Papeete Stadtmarina eingelaufen, die man sich nach so einem Ritt auch verdient hat. Einschließlich paar Liter Hinano in guter Kneipe downtown mit super Livemusik. Dann haben wir nochmal einen Roller gemietet und sind mehr als 160km um ganz Tahiti und die kleine Schwester Tahiti Iti gefahren, und jetzt wissen wir auch warum Tahiti „die Schöne“ genannt wird…eine unglaubliche Natur, Wasserfälle, Grotten, Regenwald… wunderschön, wild und spektakulär, man kann sich nicht satt sehen…nun heißt es „Aurevoir“ für mich von der Südsee, Abraxas und dem Käptn. Schön, dass ich das aufregende Vagabundenleben einmal so nah erleben durfte!

Von Helena

Happy Helena
Beachparty in Moorea